Emma`s Tierheim – ein wahres Hundeparadies

 

Mora del Ebre (kurz Mora d`Ébre) ist eine Stadt im Nordosten Spaniens, welche in der Provinz Tarragona – in der autonom verwalteten Region Katalonien liegt.

Die Entfernung  zur nördlich gelegenen katalonischen Hauptstadt Barcelona beträgt rund 155 Kilometer, nach Reus-  zur zweitgrößten Stadt Südkataloniens, die über einen regionalen Flughafen verfügt, sind es ca. 45 Minuten Fahrzeit.

Emma und ihr Mann Steven bewohnen im Umland von Mora del Ebre eine kleine Finca.

Umgangsprachlich werden in Spanien ländlich gelegene Anwesen gerne als Fincas bezeichnet, wobei dieser Begriff ein außerordentlich breites Spektrum umfasst. Die Bezeichnung steht ebenso für eingefallene Steinruinen, spartanisch gebaute Landhäuser bis hin zu exclusiven und mit jeglichem Komfort ausgestatteten Ferienhäusern. Eines ist den ursprünglichen Fincas aber gemeinsam: Nämlich die Lage im Landesinneren sowie das große umliegende Grundstück.

Und so liegt die kleine Finca von Emma und Steven auch abseits der Stadt, an der Grenze eines Naturschutzgebietes, welches nicht an das öffentliche Stromnetz sowie die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen ist. Bis dato übernahm ein Stromaggregat die Versorgung mit Elektrizität, in Kürze werden Solarpanele die Aufgaben des Aggregats übernehmen. Das Frischwasser wird durch einen im Grundstück involvierten Brunnen –  mit Hilfe einer Pumpe ins Hausinnere befördert.

Das große, fern jeglicher Nachbarschaft gelegene Areal ist prädestiniert zur Hundehaltung. Emmas und Stevens eigenes Rudel umfasst zehn Hunde, Hunde- die im Normalfall keinerlei Chance auf ein glückliches, artgerechtes und vor allem langes Leben gehabt hätten.

Am vierten August des Jahres trafen wir – nach langer und beschwerlicher Fahrt und mit einem vollgepackten Anhänger mit Spenden im Schlepptau auf der Finca ein, mit dem Vorhaben Emma und Steven beim Aufbau ihres Tierheimes tatkräftig zu unterstützen.

Die beiden möchten sich an dieser Stelle sehr herzlich bei allen Spendern bedanken, die durch die Bereitstellung von Sach,-Futter- und Geldspenden einen wichtigen Anteil zum Aufbau des Tierheims beitragen.

Unser primär gemeinsames Ziel lag in der Erbauung einer- aus zwei seperaten Einheiten bestehenden Quarantänestation, damit dort der schnellstmögliche Einzug von fünf Hundewelpen aus der Tötungsstation Huescas gewährleistet sein sollte.

Dazu musste ein östlich am Haus gelegenes Areal erschlossen und umzäunt werden, zur Stabilisierung des Zaunes wurden Holzpfeiler in Beton eingegossen, Mauern waren zu errichten, Türen zu fertigen, es galt den Untergrund sowie die Wände des Zwingers zu präparieren und zu fliesen, die Konstruktion eines Daches und eines Sonnenschutzes stand auf dem Plan und vieles vieles mehr.

Aus eigener Erfahrung können wir nun sagen, dass (schwere) körperliche Arbeit bei Temperaturen um die 40 Grad Celcius eine große Herausforderung darstellt. Effektiver gestaltet sich die Arbeit in den frühen Morgen-und Abendstunden, denn dann bleibt beispielsweise Material wie Beton länger gebrauchsfertig und muss nicht innerhalb von Minuten verarbeitet werden.

Erschwerend kommt hinzu, dass aufgrund der Pandemie lange Wartezeiten vor den Baumärkten herrschen, dies betrifft auch die Lieferzeiten bestimmter Baumaterialen oder im ungünstigsten Fall das Nichtvorhandensein spezifischer Artikel.

Allen Widrigkeiten zum Trotz und vermehrt eingesetzem Improvisationsgeschick, konnten die fünf Hundegeschwister in den frühen Morgenstunden des elften Augusts ihr neues – dank eurer Spenden sehr liebevoll eingerichtet und ausgestattetes Domizil beziehen.

Der Anblick der Welpen, welche Steven und Heidi aus der Tötungstation Huescas holten, liessen uns Schweiß, Sonnenbrand, Müdigkeit, geschwollene Fußknöchel und Muskelkater vergessen, zwei eingelegte Nachtschichten waren nichtig, die Schmerzen eines lädierten Knies – hervorgerufen durch das ungewollte Zusammentreffen mit einem Gummihammer spielten eine untergeordnete Rolle: Denn diese fünf bezaubernden Geschöpfe finden bei Emma und Steven ein – bis zu ihrer Vermittlung – fürsorgliches Zuhause.

Und die zweite Quarantänestation wird in Kürze von einer Hundmama mit ihren fünf Welpen bezogen, welche Emma und Steven ebenfalls aus Huesca holen.

 

In Emma haben wir einen Menschen kennengelernt, welcher sein Leben den Hunden Spaniens verschrieben hat: Aufopferungsvoll kümmert sie sich um an Leishmaniose erkrankte Tiere, päppelt abgemagerte schwache Hunde wieder auf, gewinnt das Vertrauen von überaus ängstlichen Hunden, welche stark traumatisiert sind, rettet Hunde aus der Tötung und scheut keinen Einsatz, wenn es um die Rettung eines hilflos ausgesetzten Hundes geht.

Emma ist eine wahre Hundeflüsterin, ihre Hunden leben zusammen in einer harmonischen Gemeinschaft, es herrscht kein Futterneid, jeder Hund hat seinen ganz besonderen Platz im Rudel. Und die Hunde danken es Emma, indem sie ihr bedingungslose Liebe schenken.

Auch die elf Neuankömmlinge werden sich unter Emmas Fürsorge und ihrer liebevollen Art zu wunderbaren Hunden entwickeln, die das Leben ihrer zukünftigen Frauchen und Herrchen vielfältig bereichern.

 

Die Anfänge sind vollzogen, jedoch gibt es für den Aufbau des Tierheims noch viel zu tun. Angedacht sind Plätze für 15 Hunde, welche im Bedarfsfall auf bis zu 20 erweitert werden können. Emma ist es sehr wichtig dem einzelnen Hund gerecht zu werden, Krankheiten im Vorfeld zu erkennen und diese entsprechend zu behandeln. Damit ist gewährleistet, dass eben einzelne Hunde nicht „in der Masse“ untergehen und jeder Hund eine individuelle Betreuung erfährt.

Der Bau bzw. Kauf weiterer Zwinger sowie die Errichtung einer Krankenstation sind unerlässlich, Spezialfutter kostet viel Geld, Tierarztkosten fallen monatlich an, deshalb bitten wir euch um eure Mithilfe: Spendet weiterhin für Emmas Tierheim, Emma selbst dokumentiert jede Spendenausgabe anhand von Belegen, jeder Euro kommt den Hunden zugute, helft mit, dass viele in der Tötung sitzende Hunde gerettet werden können.

Gerne könnt ihr auch eine Patenschaft für einen Hund übernehmen, Heidi wird euch dazu die nötigen Informationen mitteilen.

Bei Emma und Steven erfahren die meisten Hunde das erste Mal wie schön das Leben sein kann, denn in diesem „Paradies“ sind sie „perros felices“, also glückliche Hunde.

Wir bedanken uns bei den beiden ganz herzlich für ihre Gastfreundschaft und wir verneigen uns tief vor ihrem unermüdlichen selbstlosen Einsatz .

Bedanken möchten wir uns vom Team  Spanien selbstverständlich auch bei der Organisatorin Heidi Zinn-Ziegel, ohne deren riesen-großes Engagement dieses Vorhaben und dessen Umsetzung nicht realisierbar gewesen wäre.

 

Geschrieben von Annemone Fischer